Argumente für eine Ausbildung in mittelständischen Unternehmen

Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, haben viele Betriebe. Der Mittelstand klagt oft besonders und sieht sich hier im Vergleich zu Großunternehmen im Nachteil. Diese sind oft bekannter, werden als attraktiver wahrgenommen und fallen den Schülern daher eher ein, wenn es um die Wahl des Ausbildungsbetriebs geht. So die Meinung. Dabei sind in den mittelständischen Betrieben insgesamt deutlich mehr Ausbildungsplätze zu besetzen, wie in den großen Unternehmen.

Aber viele KMUs müssen ihr Licht gar nicht unter den Scheffel stellen. Sie haben durchaus etwas zu bieten, nur sollten sie darüber auch reden.

Mit was kann der Mittelstand punkten?

Sieben Pluspunkte habe ich hier für Sie zusammengestellt.

1. Jeder kennt jeden
In Großunternehmen ist es manchmal sehr anonym. Und nicht jeder kennt jeden. Im Mittelstand kennt schon der Pförtner jeden Mitarbeiter mit Namen und begrüßt diesen persönlich. Auch Mitarbeiter untereinander kennen sich und die Geschäftsführer wissen, wer in welcher Abteilung arbeitet. Da wird dann auch der Auszubildende vom Geschäftsführer gegrüßt und vielleicht fügt sich gleich noch ein Gespräch zur Ausbildung an.

2. Gutes Betriebsklima
Da sich alle Mitarbeiter kennen, ist die Arbeitsatmosphäre oft sehr kollegial bis zu familiär. Man trifft sich auch am Abend oder Wochenende im Sportverein oder die gesamte Abteilung spielt Fußball mit der Nachbarabteilung. Der Zusammenhalt ist durch viele gemeinsame Aktivitäten größer.

3. Flache Hierarchien
Flache Hierarchien kommen der Generation Z ebenso sehr entgegen. Der Nachwuchs mag keine starren, hierarchisch aufgebauten Unternehmen und lässt sich daher von den flacheren Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen in KMUs begeistern.

4. Die eigene Meinung ist gefragt
Die flachen Hierarchien führen außerdem dazu, dass Auszubildende mehr mit entscheiden können. Das Stichwort der „Mitmachausbildung“ ist hier keine reine Worthülse mehr. Dadurch, dass Betriebe im Mittelstand manchmal stark vom Inhaber getrieben werden, ist hier der Stellenwert der Ausbildung an sich oft sehr hoch. Zumindest dann, wenn der Inhaber bzw. der Geschäftsführer die Ausbildung ganz bewusst fördert. Dann wird für den eigenen Bedarf ausgebildet und die Übernahmechancen sind groß.

5. Kurze Wege
Nicht alle, aber viele KMUs sind nicht direkt in den Großstädten zu finden, sondern eher am Rand der Städte oder in kleineren Ortschaften. Das kann ein großer Vorteil sein. Abgesehen von der sicher besseren Luft sind die Anfahrtswege kürzer und daher die freie Zeit länger. Sport- und Freizeitangebote sind in direkter Nähe. Und diese werden oft zudem noch vom Arbeitgeber unterstützt.

6. Breitere Ausbildung
Auszubildende lernen mehr Tätigkeiten kennen, weil die Mitarbeiter selbst auch viel breiter aufgestellt sind. In Großunternehmen kann es passieren, dass Auszubildende zum Beispiel im Bereich der Buchhaltung nur einen kleinen Bereich (Eingangsrechnungsprüfung) kennen lernen, aber nicht die gesamte Buchhaltung. Hier kann der Mittelstand – eine gute Ausbildungsdurchlaufplanung vorausgesetzt – breiter ausbilden. Die Tätigkeiten können daher abwechslungsreicher und herausfordernder sein.

7. Individuelle Ausbildung
Im Mittelstand können die Ausbilder oft viel individueller auf ihre Auszubildenden eingehen. Die Betreuung ist persönlicher und unterschiedliche Fördermaßnahmen für Auszubildende können eher umgesetzt werden. Manches ist einfach flexibler.

Natürlich sind nicht alle Betriebe im Mittelstand gleich. Oft finden sich hier die sogenannten Hidden Champions, die auf ihrem Gebiet sehr erfolgreich sind, nur leider in der breiten Öffentlichkeit nicht so bekannt. Manche sind führend als bester Arbeitsgeber in Deutschland, engagieren sich für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf und haben attraktive Arbeitszeitkonten. Dies sind alles weitere Pluspunkte bei unserer Zielgruppe, der Generation Z.

Podcast AUSBILDUNG TO GO mit vielen Ausbildertipps

Konsequenz für das Azubimarketing

Was heißt das nun für das Ausbildungsmarketing? Sprechen Sie über das, was Sie bieten! Gerade haben Sie einige Anregungen erhalten, was für Sie sprechen kann. Und ich gehe davon aus, dass einiges davon auch auf Sie zutrifft. Machen Sie mit diesen Themen Werbung. Und punkten Sie mit Ihren individuellen Vorteilen. Nutzen Sie dabei auch eventuelle Preise und Siegel.

Schüler müssen von den offenen Ausbildungsstellen bei Ihnen erfahren. Regionale Maßnahmen sind daher ein erster sehr wichtiger Schritt (Schulen, Vereine, Plakate, regionale Zeitung etc.).

Ein großes Potential steckt bei Ihnen gerade auch in Empfehlung über begeisterte Mitarbeiter. Vielleicht denken Sie einmal über ein Mitarbeiter-werben-Azubis-Programm nach.

Wenn das regionale Potential an Schulabgängern schon ausgeschöpft ist, müssen Sie weiter denken. Nutzen Sie auch Ihre Ausbildungshomepage und überregionale Onlinestellenbörsen. Und sorgen Sie für eine gute Auffindbarkeit Ihrer offenen Ausbildungsplätze durch Google for Jobs.

Seien Sie überzeugt von Ihrer Ausbildung, dann überzeugen Sie auch die Bewerber.

Gerne unterstütze ich Sie im Ausbildungsmarketing und zeige in meinem Vortrag „Ausbildungsmarketing für Azubiflüsterer® – wie Sie Schüler für Ihren Ausbildungsbetrieb begeistern“ weitere Möglichkeiten des erfolgreichen Ausbildungsmarketings auf.


Bild: Pixabay

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