Die Abbruchquote von Ausbildungsverhältnissen stieg die letzten Jahre immer wieder. Sie liegt laut Berufsbildungsbericht 2017 im Moment bei 24,9 Prozent. Eine hohe Zahl, für die es viele Gründe gibt.

Gründe für einen Ausbildungsabbruch

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen werden Ausbildungsverträge gelöst, weil die Jugendlichen eine falsche Berufswahl getroffen haben und sich eine andere Ausbildung suchen. Auf der anderen Seite sind es auch immer wieder Schwierigkeiten und Konflikte zwischen den Auszubildenden und Ausbildern, Vorgesetzten, Kollegen oder Lehrern. Hier fehlt es dann an Rückmeldungen an oder vom Auszubildenden oder es werden z.B. ausbildungsfremde Tätigkeiten vergeben (Stichwort: Ausbildungsqualität). Natürlich kann es auch persönliche, finanzielle oder gesundheitliche Gründe geben, die zu einem Abbruch führen. Zudem habe ich auch immer mehr den Eindruck, dass die Generation Z eher eine Ausbildung abbricht, weil Sie es sich, anders als andere Generationen, leisten kann – mit allen daraus entstehenden Vor- und Nachteilen.

Wie Ausbildungsbetriebe Ausbildungsabbrüche vermeiden

Was können Ausbildungsbetriebe tun, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Ein paar Handlungsempfehlungen dazu möchte ich Ihnen an dieser Stelle mitgeben:

  1. Sorgen Sie dafür, dass Auszubildende die richtige Berufswahl treffen

Entscheidend ist, ein realistisches Bild vom Ausbildungsberuf und von Ihrem Unternehmen im Azubimarketing zu vermitteln. Dies gilt für alle Medien, egal ob Anzeigen in print oder online, Ihre Ausbildungshomepage, Messeauftritte oder die Sozialen Medien. Achten Sie auf eine anschauliche Selbstdarstellung Ihres Unternehmens und Berufsbildes. Moderne Medien wie die eigene Ausbildungshomepage oder Ausbildungsblogs unterstützen und sorgen für Interaktion. Nutzen Sie Ihre Auszubildenden als Botschafter. Diese können und sollen ehrlich von ihrem Ausbildungsalltag berichten.

Informieren Sie an Schulen über die Ausbildungsberufe – mit High- und Lowlights. Bieten Sie auf alle Fälle Schülerpraktika oder Probearbeit an.

  1. Kommunizieren Sie mit den Auszubildenden und überzeugen mit guter Ausbildungsqualität

Stärken Sie den Dialog mit Ihren Auszubildenden. Regelmäßig stattfindende Gespräche sind das A und O einer guten Ausbildung.

Hauptamtliche Ausbilder sollten nach jedem Abteilungswechsel mit ihren Auszubildenden ein Gespräch führen. Ausbildungsbeauftragte in den Fachbereichen führen nach einem ausführlichen Einführungsgespräch am ersten Einsatztag wöchentliche Feedbackgespräche. Sicher kosten diese Gespräche Zeit. Aber ist es das nicht wert, wenn Sie so einen motivierten Auszubildenden und zukünftigen Kollegen gewinnen und einen Abbruch verhindern können?

Auszubildende sollten hauptsächlich mit ausbildungsrelevanten Tätigkeiten beschäftigt werden. Natürlich geht dies alles nur mit geschulten Ausbildern und Ausbildungsbeauftragten. Wenn Sie die Qualität der Ausbilder erhöhen, erhöhen Sie automatisch die Ausbildungsqualität und verringern damit Ausbildungsabbrüche.

Bei den Arbeitsbedingungen ist darauf zu achten, dass Arbeitszeitgesetze eingehalten werden und die Auszubildenden nicht zu viele Überstunden machen müssen. Und wenn doch, sollte ein baldiger Ausgleich der Mehrarbeit folgen.

  1. Unterstützen Sie Ihre Auszubildenden bei Bedarf

Wenn Sie schwächeren Jugendlichen eine Chance geben, benötigen diese von Anfang an etwas mehr Unterstützung. Das geht von einer weitergehenden persönlichen Betreuung bis zur Nachhilfe.

Und wenn Sie feststellen, dass Ihre Auszubildenden Probleme im persönlichen Umfeld, im finanziellen oder gesundheitlichen Bereich haben, sollten Sie nicht darüber wegsehen, sondern das Gespräch suchen und Hilfe anbieten. Das geht von der Unterstützung bei der Wohnungssuche, beim Ausfüllen von Formularen, Anbieten eines Darlehens, der Vermittlung an die Sozialberatung oder dem Anbieten einer sozialpädagogischen Begleitung bis zum Wechsel in eine Teilzeitausbildung oder die Unterbrechung des Ausbildungsverhältnisses. Vielleicht ist es notwendig, die Ausbildungszeiten an die öffentlichen Verkehrsmittel anpassen. Wie Sie sehen, sind das sehr individuelle Maßnahmen, die nur im Einzelgespräch herausgefunden und angeboten werden können.

Viel Spaß beim Umsetzen und verringern der Ausbildungsabbrüche.

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Wie Ausbilder Ausbildungsabbrüche vermeiden
(Bild: Pixabay)

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