Zurzeit gibt es kaum eine Veranstaltung zur betrieblichen Ausbildung, die sich nicht mit der Digitalisierung beschäftigt. Kongresse wie Vorträge, überall geht es darum, die Ausbildung digitaler zu machen. Und ich reihe mich hier durchaus ein, denn bei meinen nächsten Ausbilder-Netzwerkabend im April in München geht es im Impulsvortrag um die Medienkompetenz der Ausbilder.

Digitalisierung – das Thema in der betrieblichen Ausbildung

Heute habe ich mir daher ein paar Gedanken zur Digitalisierung in der Berufsausbildung gemacht – passend zur Überschrift „Alles Digitalisierung oder was?“.

Ich finde, dass wir mit der Zeit gehen müssen und die Digitalisierung auf keinen Fall verschlafen dürfen. Dennoch wehre ich mich ein bisschen dagegen, dass jetzt alles digital sein muss – ohne zu bedenken, wie sinnvoll eine Umstellung ist und welche Konsequenzen daraus entstehen.

Und nur weil die Generation Z mit der neuen Technik aufgewachsen ist, heißt das ja noch nicht, dass dies die einzige Möglichkeit ist, diese im Ausbildungsmarketing anzusprechen. Es ist ein Irrtum zu denken, dass Jugendliche, nur noch über digitale Medien zu erreichen oder mit diesen zu begeistern wären. Eine Mehrheit von 60% wünscht sich z.B. einen Mix aus analogen und digitalen Lernmitteln (Studie Monitor digitale Bildung). Klar sind digitale Methoden gut, wann immer wir diese sinnvoll einbeziehen können.

Welche Prozesse in der Ausbildung können digitalisiert werden?

Durch die Möglichkeiten, die uns neue Entwicklungen in der digitalen Welt auch für die Ausbildung bringen, können wir vieles schneller und einfacher gestalten. Es ist daher sehr sinnvoll, alle Prozesse und auch die Ausbildungskonzepte in der betrieblichen Ausbildung zu überprüfen. Ausbilder sollten hier nicht zu lange warten, sondern bald starten. Voraussetzung dafür ist, dass Sie klare Prozesse in der Ausbildung haben, und diese definiert sind.

Typische Fragen, die sich Ausbilder nun stellen können:

  1. Was ist schon digital? Kann dies noch mehr digitalisiert werden? Welche neuen Tools gibt es hier auf dem Markt, die ich nutzen könnte?
  2. Welche Prozesse können noch digitalisiert werden?

Manchmal beschleicht mich hier allerdings das Gefühl, dass digitalisiert wird um der Digitalisierung Willen. Also ohne weiter zu überprüfen, ob das überhaupt sinnvoll ist.

Wieviel Digitalisierung ist sinnvoll?

Daher vergessen Sie nicht, sich auch mit den nachfolgenden Fragen zu beschäftigen:

  1. Was sind die Konsequenzen oder auch Nachteile der Digitalisierung? Werden unsere Visionen und Ziele damit unterstützt oder nicht?

Und dann entscheiden Sie. Wir müssen nicht alles digitalisieren, nur weil das Thema gerade IN ist. Interessant fand ich einen Artikel in der Brand Eins vor ein paar Monaten. Dort wurde von einem Unternehmen berichtet, welches sich ganz bewusst dafür entschieden hat, einige Prozesse nicht mehr zu digitalisieren, sondern bewusst wieder den Schritt zurück (z.B. zur Mitarbeiterplanungswand) zu gehen. Diese hatten festgestellt, dass die neuen Medien einige Prozesse sogar eher erschwert und verlangsamt haben und sich daher für den Schritt entschieden.

Wir dürfen also vor der Digitalisierung in der Ausbildung nicht die Augen verschließen, aber eben nur dort wo es einen Nutzen hat. Und es kann auch sinnvoll sein, sich bewusst gegen ein Onlinebewerbungstool zu entscheiden und mit der persönlichen Ansprache und Durchsicht der eingehenden Papierbewerbungen bei den Schülern zu punkten. Es ist immer Ihre Entscheidung.

Am Ende sind es dann doch die Menschen, die die Auszubildenden ausbilden und es sind Menschen, wegen denen sich Schüler für einen Betrieb entscheiden. Die Menschen machen den Unterschied.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema Digitalisierung in der Ausbildung? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Ausbilder Digitalisierung
(Bild: Pixabay)

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