Kennen Sie das auch? Sie haben einen spannenden Kongress für Ausbilder entdeckt, ein Seminar (vielleicht sogar aus meinem offenen Trainingsprogramm😉) ins Auge gefasst oder liebäugeln mit einer umfassenden Weiterqualifizierung zum Berufspädagogen. Sie sind motiviert und wissen genau, wie sehr Sie das in Ihrer Arbeit mit den Auszubildenden voranbringen würde – doch dann kommt das „Nein“ vom Vorgesetzten. „Kein Budget“, „Zu teuer“ oder „Momentan passt es nicht“ sind dann die Sätze, die man als engagierter Ausbilder nur ungern hört.
Das ist natürlich total schade, denn Stillstand in der Ausbildung können wir uns heute kaum noch leisten. Aber woran liegt es oft? Manchmal fehlt dem Gegenüber schlicht der Blick für den konkreten Nutzen.
5 Tipps, wie Sie Ihren Chef überzeugen
Damit Sie bei Ihrem nächsten Gespräch – vielleicht im anstehenden Mitarbeitergespräch oder bei einem kurzen Termin zwischendurch – die Zustimmung für Ihr Ausbilderevent bekommen, habe ich Ihnen fünf praxisnahe Tipps zusammengestellt.
1. Klären Sie Ihr eigenes „Warum“
Bevor Sie in das Gespräch gehen, müssen Sie selbst zu einhundert Prozent hinter Ihrem Vorhaben stehen. Fragen Sie sich ganz selbstkritisch: Warum möchte ich genau diese Weiterbildung machen? Warum ist es keine andere? Wenn Ihre eigene Haltung klar und gefestigt ist, strahlen Sie diese Sicherheit auch aus. Ihr Vorgesetzter merkt sofort, ob das ein „nice-to-have“ ist oder ob Sie wirklich für dieses Thema brennen.
2. Fakten statt vager Ideen
Gehen Sie gut vorbereitet in den Termin. Sie sollten alle Eckdaten parat haben:
- Wer ist der Anbieter und warum haben Sie sich für diesen entschieden?
- Wie hoch sind die Kosten?
- Wie lange dauert die Maßnahme?
- Welches Zertifikat oder welchen Abschluss erhalten Sie am Ende?
Besonders bei Themen, die von vielen Instituten angeboten werden, sollten Sie begründen können, warum gerade dieser Anbieter Sie anspricht (z. B. wegen des Praxisbezugs oder der speziellen Ausrichtung auf Ausbilder).
3. Wechseln Sie die Perspektive
Das ist einer der wichtigsten Punkte: Was hat Ihr Chef davon? Versetzen Sie sich einmal in seine Lage. Ein reines „Ich möchte mich persönlich weiterentwickeln“ reicht oft nicht aus, um ein Budget freizugeben. Überlegen Sie sich konkrete Nutzenargumente für ihren Betrieb:
- Wie profitiert die Ausbildungsabteilung von Ihrem neuen Wissen?
- Welche Probleme können Sie nach der Fortbildung besser lösen?
- Inwiefern steigert das die Attraktivität Ihrer Ausbildung?
4. Den Chef-Typ berücksichtigen
Jeder Vorgesetzte „tickt“ anders. Wenn Sie wissen, dass Ihr Chef ein Freund von Zahlen, Daten und Fakten ist, dann bereiten Sie eine knappe, einseitige Übersicht vor. Verwenden Sie Aufzählungspunkte statt langer Fließtexte. Haben Sie hingegen einen Chef, der immer die Konkurrenz im Blick hat? Dann könnte das Argument ziehen, dass andere Betriebe ihre Ausbilder bereits auf diesem Niveau qualifizieren und Sie hier nicht den Anschluss verlieren dürfen.
5. Die Alternative in der Hinterhand
Sollte das Hauptargument die Kosten sein, lohnt es sich, einen „Plan B“ parat zu haben. Wenn die große Lösung für 3.000 Euro abgelehnt wird, können Sie direkt fragen: „Wären denn 2.000 Euro im Budget?“ Wenn das bejaht wird, sollten Sie sofort ein passendes, etwas günstigeres Angebot (eine Alternative) präsentieren können. So holen Sie sich das Commitment direkt im Gespräch ab, bevor die Gelegenheit wieder verstreicht.
Mein Fazit: Die eigene Weiterbildung ist eine Investition in die Qualität der Ausbildung in Ihrem Betrieb. Ich erlebe oft, dass Vorgesetzte durchaus bereit sind, Geld in die Hand zu nehmen – wenn sie den Sinn dahinter klar erkennen. Ich halte Ihnen fest die Daumen für Ihr nächstes Gespräch!
Haben Sie schon einmal eine Weiterbildung genehmigt bekommen, obwohl diese zuerst abgelehnt wurde oder Ihre Vorgesetzte skeptisch war? Welche Argumente waren erfolgreich?
(Bild: Pixabay)
Hinweis: Bei der Formulierung dieses Blogs hat mich dieses Mal Gemini unterstützt.



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