Kennen Sie solche Aussagen aus Feedbackgesprächen mit Ihren Auszubildenden?
– „Sie sind nicht motiviert.“
– „Du bist unzuverlässig.“
– „Sie sind unsicher.“
Ich höre solche Formulierungen in meinen Trainings mit Ausbildern sehr häufig. Gleichzeitig stelle ich fest: Genau hier liegt oft der Grund, warum Feedbackgespräche schwierig werden – oder nicht die gewünschte Wirkung erzielen.
Denn diese Aussagen sind keine Beobachtungen, sondern Interpretationen. Und genau dieser Unterschied kann darüber entscheiden, ob Feedback bei Auszubildenden ankommt oder Widerstand auslöst.
Beobachtung statt Bewertung – worauf es ankommt
Wenn Sie einem Auszubildenden sagen: „Sie wirken unmotiviert“, geben Sie bereits Ihre Bewertung weiter. Der Auszubildende weiß aber gar nicht:
– Was genau habe ich gemacht?
– Wann ist das passiert?
– Woran macht mein Ausbilder das fest?
Eine Beobachtung hingegen beschreibt konkretes Verhalten – also das, was Sie tatsächlich wahrnehmen konnten.
Zum Beispiel:
– „Mir ist aufgefallen, dass Sie im Meeting heute keine Fragen gestellt haben.“
– „Sie haben in den letzten zwei Wochen nicht selbstständig nach neuen Aufgaben gefragt.“
– „Während unseres Gesprächs gerade haben Sie mich gar nicht angesehen.“
Mit solchen Beobachtungen kann der Auszubildende etwas anfangen. Das Gespräch wird klarer und sachlicher.
Warum Beobachtungen Feedbackgespräche verbessern
Beobachtungen sind objektiver und nachvollziehbar. Ein Kollege würde dieselbe Situation ähnlich beschreiben. Dadurch wirkt Feedback:
– weniger vorwurfsvoll
– klarer verständlich
– lösungsorientierter
Praktische Tipps für Ihr nächstes Feedbackgespräch
Stellen Sie sich vor dem Gespräch drei Fragen:
– Was habe ich konkret beobachtet?
– Wann ist mir das aufgefallen?
– Woran mache ich meine Einschätzung fest?
Ein Beispiel:
Statt: „Sie sind unpünktlich.“
Lieber: „Mir ist aufgefallen, dass Sie diese Woche zweimal später zu Terminen erschienen sind. Gestern 15 Minuten zu spät zum Abteilungsmeeting, heute 10 Minuten zu unserer Morgenrunde.“
Das wirkt sachlicher – und schafft eine gute Grundlage für ein konstruktives Gespräch.
Reflexionsimpuls für Ihren Ausbildungsalltag
Beobachten Sie in den nächsten Tagen bewusst Ihre Auszubildenden und fragen Sie sich:
– Was nehme ich tatsächlich wahr?
– Was ist meine Interpretation?
– Wie würde ich das konkret formulieren?
Ich erlebe immer wieder: Allein diese bewusste Unterscheidung verändert Feedbackgespräche deutlich – und verbessert die Zusammenarbeit.
Denn gute Kommunikation beginnt oft mit einem kleinen Schritt: Beobachten statt interpretieren.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren nächsten Feedbackgesprächen und weiterhin viel Freude beim Ausbilden.
P.S. Manchmal kann es auch ganz sinnvoll sein, gerade unsere Interpretation des Verhaltens im Feedback zu spiegeln. Darauf gehe ich aber in diesem Blog zur Methode der 3 Ws ein.
Noch mehr Tipps zur erfolgreichen Kommunikation für Ausbilder gibt es in meinen Webinaren für Ausbilder.
(Bild: Gemini)
Hinweis: Bei der Formulierung dieses Blogs hat mich dieses Mal wieder ChatGPT unterstützt.



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