Die ersten 100 Tage einer Ausbildung sind entscheidend für Motivation, Bindung und den späteren Ausbildungserfolg. Ein strukturiertes Onboarding, regelmäßige Gespräche und passende Aufgaben helfen Auszubildenden, sicher in den Beruf zu starten.
Nur noch wenige Wochen und die neuen Auszubildenden starten in den Betrieben mit ihrer Ausbildung. Der erste Tag ist schnell vorbei und dann? Die ersten 100 Tage in der Ausbildung sind wie das Anwachsen einer jungen Pflanze. Sie braucht Licht, Wasser und Aufmerksamkeit – und zwar nicht nur am ersten Tag, sondern regelmäßig. Genauso ist es bei unseren Auszubildenden. Der gute Start entscheidet oft darüber, ob Motivation wächst oder Unsicherheit entsteht.
Versprechen einlösen und nicht nachlassen
Viele Betriebe geben sich beim Ausbildungsmarketing und beim Ausbildungsstart große Mühe. Das ist gut und wichtig. Entscheidend ist aber, dass die Versprechen danach auch eingelöst werden.
Wurde ein bestimmter Kurs zugesagt? Dann sollte der Auszubildende diesen Kurs auch besuchen können. Wurden flexible Arbeitszeiten versprochen? Dann sollte dies auch umgesetzt werden.
Denn gerade in den ersten Wochen nach Ausbildungsbeginn merken junge Menschen sehr genau, ob Worte und Taten zusammenpassen. Und wenn diese übereinstimmen, kann Vertrauen entstehen.
Erwartungen klären und Sicherheit geben
Missverständnisse entstehen oft nicht aus böser Absicht, sondern weil Erwartungen unausgesprochen bleiben. Deshalb empfehle ich, diese immer wieder zu klären.
Sprechen Sie konkret über Fragen wie:
– Was erwarten Sie vom Auszubildenden?
>- Was erwartet der Auszubildende von Ihnen?
>- Welche Aufgaben gehören zu seinem Ausbildungsbereich – und was soll er dabei lernen?
>- Wie „schlimm“ ist es, wenn dem Auszubildenden Fehler passieren?
>- Wer ist mein Ansprechpartner, wenn ich Unterstützung benötige? (Gibt es für die ersten 100 Tage vielleicht einen
Das schafft Klarheit und nimmt Druck aus der Anfangszeit.
Echte Aufgaben statt Beschäftigung
Auszubildende wollen den Beruf kennenlernen, für den sie sich entschieden haben. Dafür brauchen sie echte Aufgaben, die typisch für den Beruf sind.
Ein Auszubildender im kaufmännischen Bereich kann zum Beispiel eine echte Kundenanfrage vorbereiten, Preise und Lieferzeiten prüfen und einen ersten Angebotsentwurf erstellen. Eine technische Auszubildende kann bei einer Wartung mitarbeiten und einen Teil dokumentieren. Wichtig ist: Die Aufgabe muss als sinnvoll erlebt werden.
Denn auch für den Auszubildenden ist die Probezeit eine Entscheidungszeit. Passt dieser Beruf zu mir? Werde ich hier gut ausgebildet und damit die Prüfung bestehen? Kann ich mir vorstellen, hier zu bleiben und mich weiterzuentwickeln?
Verantwortung übertragen und Vertrauen zeigen
Verantwortung motiviert. Sie zeigt: Ich traue dir etwas zu. Das muss am Anfang kein großes Projekt sein. Auch kleine Verantwortungsbereiche zahlen auf das Vertrauenskonto ein.
Beispiele aus dem Ausbildungsalltag:
– Der Azubi pflegt eine Checkliste für ein Teamthema.
– Die Auszubildende organisiert einen Teil eines Meetings.
– Der Azubi sammelt Verbesserungsideen aus seinem Arbeitsbereich und stellt sie im Team vor.
– Die Auszubildende übernimmt bei einer Wartung einen klar abgegrenzten Arbeitsschritt und dokumentiert Auffälligkeiten.
Das stärkt Selbstvertrauen und fördert selbstständiges Lernen. Und von Anfang an entsteht eine Ausbildung mit echter Beteiligung.
Struktur für die ersten Wochen schaffen
Ein Einarbeitungsplan gibt Sicherheit. Er zeigt dem Auszubildenden: Wir haben uns Gedanken gemacht. Und er ist ein Grundstein für gute Ausbildungsqualität.
Geben Sie deshalb gleich zu Beginn einen Überblick:
– Wo ist der Auszubildende wann eingesetzt?
>- Wer ist Ansprechpartner?
>- Welche Themen werden gelernt (Lernziele)?
>- Welche Gespräche sind geplant?
>- Wann ist der Unterricht an der Berufsschule? Welche Schulungen oder Kurse stehen bei uns im Betrieb an?
Dieser Plan sorgt Orientierung und gibt ein gutes Gefühl.
Gespräche führen – gerade am Anfang
Gespräche sind besonders wichtig – in den ersten 100 Tagen und danach. Ich kenne Ausbilder, die in den ersten ein bis zwei Wochen täglich ein kurzes Feedbackgespräch führen – fünf bis zehn Minuten am Ende des Tages.
Danach kann ein wöchentlicher Rhythmus sinnvoll sein. Wichtig ist: Zuhören, Fragen beantworten, Rückmeldung geben (Loben!) und Interesse zeigen. Das gibt Sicherheit, weil der Auszubildende weiß, wo er steht.
Fragen Sie zum Beispiel:
– Was hat Freude gemacht?
>- Wo gab es Unsicherheit?
>- Wo können wir noch unterstützen?
>- Was brauchst du für den nächsten Schritt?
Das nimmt auch eventuelle Bedenken vor dem Probezeitgespräch, weil die Auszubildenden schon genau wissen, wo sie stehen.
Ausbildung auf Augenhöhe leben
Wertschätzung ist kein Extra, sondern die Basis. Der Auszubildende soll spüren: Ich bin Teil des Teams. Meine Meinung zählt. Wenn ich nicht da bin, fehlt etwas.
Dazu gehört auch, dass Kollegen den Auszubildenden freundlich einbinden, Fragen ernst nehmen und Ideen zulassen. Augenhöhe heißt nicht, dass alle gleich viel können. Es heißt, dass alle mit Respekt behandelt werden.
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren für die ersten 100 Tage
– Versprechen einlösen
– Erwartungen früh klären
– echte Aufgaben übertragen
– Verantwortung ermöglichen
– regelmäßiges Feedback geben
– einen Einarbeitungsplan erstellen
– Wertschätzung im Ausbildungsalltag zeigen
Die ersten 100 Tage sind Ihre Chance, Begeisterung wachsen zu lassen und eine hohe Ausbildungsqualität zu zeigen. Bleiben Sie dran, geben Sie Struktur, übertragen Sie Verantwortung und führen Sie Gespräche.
Und vor allem: Pflegen Sie die Beziehung genauso bewusst wie den Ausbildungsplan. Denn wie bei einer jungen Pflanze zeigt sich Wachstum nicht nach einem Tag – aber mit guter Begleitung, Aufmerksamkeit und Vertrauen kann daraus etwas sehr Starkes entstehen.
FAQ zum Ausbildungsstart und den ersten 100 Tagen
Warum sind die ersten 100 Tage in der Ausbildung so wichtig?
Was gehört zu einem guten Ausbildungsstart?
Warum sollten Versprechen aus dem Ausbildungsmarketing eingehalten werden?
Wie können Ausbilder Erwartungen zu Beginn der Ausbildung klären?
Warum sind echte Aufgaben für Auszubildende wichtig?
Welche Rolle spielt ein Einarbeitungsplan in den ersten 100 Tagen?
Wie oft sollten Feedbackgespräche am Anfang stattfinden?
Warum ist Ausbildung heute auch Beziehungsmanagement?
P.S. Was für die Generation Alpha während der Ausbildung besonders wichtig ist, erfahren Sie in meinem Webinar „Generation Alpha verstehen und begeistern“.
Bei der Formulierung dieses Beitrags hat mich wieder ChatGPT unterstützt.
(Bild: Gemini)



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